Ängstlichkeit als Subfacette von Neurotizismus

Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten für ein namhaftes Consulting-Unternehmen und sind im Bereich Großkundenbetreuung tätig.

In den letzten Wochen haben Sie in enger Zusammenarbeit mit einem Kollegen die Geschäftsstrategie für einen neuen wichtigen Klienten überarbeitet.

Sie haben nun einen Termin vereinbart, um dem Kunden die neue Strategie vorzustellen.

Sie sind etwas unsicher, wie er diese aufnehmen wird und ob sie mit Ihren Vorschlägen und Ideen auf fruchtbaren Boden stoßen werden. Schließlich kennen Sie den neuen Kunden noch nicht so gut.

Sie haben wochenlang hart an dem Projekt gearbeitet und sind dementsprechend optimistisch, dass die Ergebnisse gut ankommen werden.

Ihr Kollege hingegen ist total unsicher und

war auch schon während der gesamten Zusammenarbeit sehr perfektionistisch.


Er wollte immer absolut auf Nummer sicher gehen, alle Fakten mussten mehrfach geprüft werden und jede mögliche Frage vorab kritisch diskutiert werden.

Das Verhalten des Kollegen zeugt von einem hohen Maß Gewissenhaftigkeit, aber auch begleitet von einer gewissen Ängstlichkeit.


Ängstlichkeit ist eine Subfacette des Neurotizismus und beschreibt die Neigung, sich Sorgen zu machen.


Neurotizismus ist neben Gewissenhaftigkeit, Extraversion, Verträglichkeit und Offenheit eine Dimension des Big Five Modells.

In den Bereich des Neurotizismus gehören außerdem die Subfacetten:

 
Die BIG FIVE - Das Gerüst unserer Persönlichkeit

Die Persönlichkeit spielt eine entscheidende Rolle für den Erfolg jedes Einzelnen im Berufsleben. Aber wie muss jemand sein, um beruflich Erfolg zu haben?


 


Welche Rolle spielt Ängstlichkeit im Job?


Personen tendieren unterschiedlich stark dazu, sich im Voraus Sorgen darüber zu machen, was aktuell oder in der Zukunft alles möglichweise schief laufen könnte.

Während Personen mit hoher Ängstlichkeit sich zu schnell sorgen, dass etwas nicht optimal verlaufen könnte, unterschätzen Personen mit niedriger Ängstlichkeit mitunter Risiken und Gefahren.


In Kombination mit hoher Gewissenhaftigkeit kann hohe Ängstlichkeit zu Ausgleichshandlungen führen.

Beispielsweise investieren Personen mehr Zeit in Vorbereitungen, um auf alle etwaigen Risiken reagieren zu können und potenziellen Schaden zu vermeiden.

In Kombination mit niedriger Gewissenhaftigkeit hingegen kann Ängstlichkeit jedoch zu einer strategischen Vermeidung von Problemen führen. Dies führt langfristig zu einer negativen Verstärkung des Problems, auch wenn der typische “Drückeberger” dies meist nicht wahrhaben möchte.


In der Personalauswahl ist Ängstlichkeit keine ausschlaggebende Facette. Die Ängstlichkeit einer Person beeinflusst zwar ihr Verhalten, ist jedoch nicht maßgeblich für beruflichen Erfolg oder Misserfolg.



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