Intuition als Ratgeber bei der Personalauswahl

Aktualisiert: Juli 7

Ist die neue Mitarbeitende wirklich die Richtige für den Job? Diese Zweifel haben sicher bereits einige Arbeitgeber:innen ins Grübeln gebracht.

Eine neue Mitarbeiterin wurde eingestellt und nach einer Weile beschleicht einen das ungute Gefühl, dass diese Personalentscheidung womöglich ein Fehler war. Die Mitarbeiterin passt doch nicht so gut ins Team wie zunächst erhofft.

Bloß gut, wenn diese Feststellung noch innerhalb der Probezeit gemacht wird. An dieser Stelle ist es aber eigentlich auch schon spät. Die soziale Integration in ein Team hat vermutlich genauso stattgefunden wie Kundenkontakte und die mühsame Einarbeitung.


Viele Arbeitgeber:innen tun sich jedoch schwer, einen neuen Mitarbeitenden leichtfertig wieder vor die Tür zu setzen, nur wegen eines miesen Bauchgefühls.


Neue Mitarbeitende einarbeiten: Auf das Onboarding kommt es an

Es ist im Interesse aller, dass neue Mitarbeitende sich so schnell wie möglich mit ihren Aufgaben im Unternehmen vertraut machen und somit einen Beitrag zum Erfolg leisten können. Denn dafür wurde der (oder die) Mitarbeiter(in) schließlich eingestellt. Die Einarbeitung in fachliche Themen, die den Arbeitsalltag dominieren, sollte daher natürlich Priorität haben.

Wie sehen die Tagesabläufe aus?

Welche Methoden und Tools werden genutzt?

Welche branchenspezifischen oder unternehmenseigenen Charakteristiken sind zu beachten?


All diese Fragen und mehr müssen im Rahmen der Einarbeitungsphase geklärt werden, damit der Neuzugang sich in seine Rolle im Unternehmen einfügen kann. Dass es in der Eingewöhnungsphase hier und da mitunter etwas holprig werden kann, ist völlig normal.

Ein neuer Mitarbeitender benötigt zunächst Zeit, um sich in einem Arbeitsgebiet einzufinden. Er oder sie muss die Abläufe im Team, die zuständigen Ansprechpartner und natürlich die Unternehmenskultur kennenlernen. Fühlt sich der Mitarbeitende an seinem neuen Arbeitsplatz wohl, wird er schneller bessere Leistungen bringen. Zufriedene Mitarbeitende sind die effizienteren, gesünderen und glücklicheren Mitarbeiter. Und ein guter Onboarding-Prozess wirkt sich langfristig positiv auf die Employer Brand aus.

Um eine Fluktuation zu vermeiden und dem neuen Mitarbeitenden von Anfang an ein gutes Gefühl zu geben, sollten bei der Einarbeitung neuer Mitarbeitenden neben der Vermittlung der fachlichen Inhalte auch die weichen Faktoren nicht aus den Augen verloren werden.



Team Fit ist kein Zufallsprodukt

Es reichen schon wenige Faktoren, die für ein gutes Teamklima sorgen: motivierende Ziele und spannende Aufgaben, eine Führungskraft mit herausragenden Sozialkompetenzen oder ein Recruiting, das geschickt auf den Cultural Fit achtet.

Wie beim Cultural Fit geht es auch beim Team Fit um eine kulturelle Passung. Allerdings werden hierbei Bewerber:innen nicht mit der Gesamtkultur des Unternehmens, sondern mit der Kultur des Teams verglichen, in dem sie eingesetzt werden sollen. Der Team Fit gibt Aufschluss darüber, welche Rolle eine Person im Team übernimmt, wie gut sie in eine bestehende Gruppe mit unterschiedlichen Eigenschaften passt und inwiefern sie fehlende Kompetenzen in einem Team ergänzt.

Wer einen neuen Mitarbeitenden ins Team holt, möchte einen langfristigen und wertvollen Mitarbeitenden gewinnen. Doch passt der Neuzugang denn auch ins Team?


Früher war vor allem das Fachwissen der entscheidende Faktor bei der Personalauswahl. Mittlerweile hat sich das vor dem Hintergrund der schnelllebigen Technik gewandelt. Die Persönlichkeit mit ihrer Motivations- und Antriebsstruktur wird immer wichtiger. Der Gründer von Sun Microsystems Vinod Koshla meint dazu:


„Das Team, das man zusammenstellt, ist das Unternehmen, das man aufbaut.“

Der Team Fit stellt demnach ein entscheidendes Kriterium für den Erfolg oder gar Misserfolg einer Stellenbesetzung im Unternehmen dar.

Ob die Chemie auch wirklich stimmt, soll in der gängigen Praxis die Fachabteilung üblicherweise mittels Interview herausfinden.

Diese Vorgehensweise birgt jedoch einige Risiken. Stichwort: Wahrnehmungsverzerrungen oder unbewusste Vorurteile. Oft nämlich fehlt dem Interviewer aus den Fachabteilungen auch einfach die Routine mit Personalauswahlgesprächen. Zudem ist die Tendenz, Kandidat:innen auszuwählen, die den Interviewer:innen vom Typ her ähnlich sind, recht hoch.

Dies kann zu Fehlbesetzungen führen, da die finale Einschätzung der Kandidat:innen auf dem subjektiven Bauchgefühl basiert, das die Interviewer im Bewerbungsgespräch gewonnen haben.

Um zu einer objektiven Bewertung des Team Fits zu gelangen, ist es nötig, nicht nur das

Persönlichkeitsprofil und die Verhaltensweisen der Kandidat:innen zu kennen, sondern auch die aller Stakeholder im engeren Arbeitsumfeld.


Fazit

Ein gutes Team ist kein Zufallsprodukt.

Für eine dauerhaft gute Zusammenarbeit braucht es ein gutes Teamgefüge. Dieses lässt sich nicht ausschließlich mit Bauchgefühl klären. Dafür braucht es Fakten. Um zu vermeiden, dass das Bauchgefühl zum alleinigen Entscheidungsträger in der Personalauswahl wird, empfiehlt es sich, Testverfahren einzusetzen. Die am häufigsten verwendeten Testverfahren im Personalauswahlprozess sind Arbeitsproben und Persönlichkeitstests. Diese Tests kombiniert, erfassen neben arbeitsrelevanten Kenntnissen und Fertigkeiten auch persönliche Interessen und Verhaltensweisen der Kandidat:innen, die höchstwahrscheinlich auch so im Arbeitsalltag gezeigt werden.

Durch die Persönlichkeitstests können die Persönlichkeitsaspekte unvoreingenommen ermittelt werden. Damit basieren Entscheidungen in der Personalauswahl auf Fakten statt auf der Wahrnehmung Einzelner. Wer lernen will, wie mittels Persönlichkeitsanalysen die richtigen Mitarbeitenden für ein Team gefunden werden kann, bekommt hier einige weitere Informationen.