Bescheidenheit als Subfacette von Verträglichkeit

Stellen Sie sich vor, Sie sind Recruiter:in und vor Ihnen liegen zwei verschiedene Bewerbungen für eine Stelle. Da die Lebensläufe der beiden Personen ganz gut zu passen scheinen, laden sie beide Kandidaten zu einem ersten Gespräch ein.

Die erste Person macht einen deutlich zurückhaltenden Eindruck. Laut Lebenslauf kann diese Person jedoch bereits jahrelange Erfahrungen und Kenntnisse vorweisen.

Der/die Bewerber:in scheint der “understatement Typ” zu sein.


Im Gegensatz dazu kann sich die zweite Person hervorragend präsentieren und stellt äußerst umfangreich ihre Leistungen dar.


Vergleicht man das Auftreten mit dem Lebenslauf der Person, so hat man eher den Eindruck, dass die Person sich lediglich zu verkaufen weiß und ihre Erfahrungen übermäßig aufbauscht

- ein klarer Fall von “mehr Schein als Sein”.


Eine Eigenschaft, in der sich Person eins und zwei deutlich unterscheiden, ist ihre Bescheidenheit.


Bescheidenheit ist eine von sechs Subfacetten der Persönlichkeitsdimension Verträglichkeit.


Verträglichkeit ist neben Offenheit, Neurotizismus, Gewissenhaftigkeit, und Extraversion eine Dimension des Big-Five-Modells.


In den Bereich der Verträglichkeit gehören außerdem noch die Subfacetten:

 
Die BIG FIVE - Das Gerüst unserer Persönlichkeit

Die Persönlichkeit spielt eine entscheidende Rolle für den Erfolg jedes Einzelnen im Berufsleben. Aber wie muss jemand sein, um beruflich Erfolg zu haben?


 


Was macht einen bescheidenen Menschen aus?

“Bescheidenheit gibt das Ausmaß von Anspruchslosigkeit und Zurückhaltung an.”

Sehr bescheidene Menschen haben eher Probleme, angemessen über ihre bisherigen Leistungen und Erfolge zu sprechen. Sie tendieren dazu, diese zu billig zu verkaufen und werden dadurch als zurückhaltend wahrgenommen. Ganz typisch für solche Personen ist, dass sie redensartlich “ihr Licht unter den Scheffel stellen”.

Das bedeutet aber nicht, dass es diesen Personen an Selbstvertrauen oder Selbstachtung mangelt. Es bedeutet viel mehr, dass sie eigene Leistungen nicht dazu verwenden, andere von ihrer persönlichen Glaubwürdigkeit zu überzeugen.


Wenig bescheidene Personen tendieren dazu, ihre Leistungen und Erfolge übermäßig anzupreisen. Sie können sich oftmals gut verkaufen, weswegen sie von anderen eher als arrogant wahrgenommen werden.



Welche Rolle spielt Bescheidenheit in der Arbeitswelt?


Durchaus gibt es aber einige Tätigkeiten, in denen sich eine niedrige Bescheidenheit negativ auf den Joberfolg auswirken könnte. Insbesondere in den Bereichen Marketing/Vertrieb ist dies kritisch, da es primär in diesen Jobs darum geht, aktiv die Leistungen und Vorteile eines Unternehmens anzupreisen. Allerdings wäre es auch nachteilig für ein Unternehmen, wenn ein Mitarbeiter arrogant auf potenzielle Kunden wirken würde.

Wie so oft im Leben macht auch hier der Ton die Musik. Im unternehmerischen Kontext ist vermutlich eine durchschnittliche Ausprägung von Bescheidenheit am geeignetsten.



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