Die BIG FIVE - Das Gerüst unserer Persönlichkeit

Die Persönlichkeit spielt eine entscheidende Rolle für den Erfolg jedes Einzelnen im Berufsleben. Aber wie muss jemand sein, um beruflich Erfolg zu haben?


Welche Persönlichkeitsmerkmale wichtig sind, hängt vom jeweiligen Job ab. Ein Vertriebler sollte für den Umgang mit Kunden kommunikationsstark und extrovertierter sein, als ein Softwareentwickler, der sich hauptsächlich mit Code beschäftigt und dessen Arbeitserfolg von seiner Gewissenhaftigkeit abhängt. Persönlichkeitsmerkmale sind zweifelsohne ein Prädiktor für beruflichen Erfolg. Sie müssen abhängig von der Vakanz immer in Kombination mit weiteren geforderten Eigenschaften und Fähigkeiten gemessen werden. Nur so ist eine valide Erfolgsprognose gewährleistet.


Das bekannteste Modell zur Erfassung unserer Persönlichkeit sind die Big Five (Costa & McCrae, 1985). Dieses Modell beschreibt die Persönlichkeit durch fünf Faktoren: Extraversion, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit, Neurotizismus und Offenheit für Erfahrung.

In Wissenschaft und Forschung gelten die Big Five als das universelle Standardmodell zur Erfassung der menschlichen Persönlichkeit. Dieser Persönlichkeitstest beruht auf der Grundannahme, dass die meisten menschlichen Eigenschaften mit diesen fünf Persönlichkeitsdimensionen beschrieben werden können. Dies gilt unabhängig von der jeweiligen Sprache oder Kultur.


Mit dem Fünf-Faktoren-Modell (FFM, Big Five) werden Personen nicht in Typen eingeteilt, sondern es werden verschiedene Ausprägungen ihrer Persönlichkeit auf den folgenden Dimensionen erfasst, mit denen ein individuelles Profil erstellt werden kann.





Extraversion ist die aktive Suche nach Aufregung, Aktivität, Geselligkeit und sozialen Kontakten. Ihr wird der größte Einfluss auf unser alltägliches Verhalten zugeschrieben. Extrovertierte Menschen zeigen positive Gefühle deutlich und leben sie auch aus. Im Gegenzug dazu sind introvertierte Menschen auch deswegen zurückhaltender, da bei ihnen der Drang nach den durch Geselligkeit ausgelösten, positiven Gefühlen nicht so stark ausgeprägt ist. Introvertiertheit bedeutet also nicht automatisch Schüchternheit oder Unsicherheit.


Gewissenhaftigkeit zeigt, wie systematisch Personen Aufgaben angehen und wie zielstrebig sie diese bearbeiten. Da Gewissenhaftigkeit den Willen und den Glauben daran erfolgreich zu sein mit einschließt, kann es den Unterschied zwischen Leistungspotenzial und tatsächlicher Leistung erklären.

Die Gewissenhaftigkeit beschreibt die Konsequenz und Selbstbeherrschung einer Person. Mit niedriger Gewissenhaftigkeit lässt man sich leichter ablenken und die Dinge einfach auf sich zu kommen. Ein hoher Grad an Gewissenhaftigkeit bedeutet meist auch beharrliches Festhalten an einmal gesteckten Zielen sowie strukturiertes Denken und Handeln.


Verträglichkeit beschreibt den Umgang mit anderen Menschen. Eine hohe Verträglichkeit lässt auf kooperatives Verhalten und generelles Vertrauen in andere Menschen schließen, während Personen mit niedriger Verträglichkeit eher Negatives von Anderen erwarten, sich deshalb auch härter und unnachgiebiger verhalten und Konfrontationen nicht scheuen.


Neurotizismus beschreibt die Empfindlichkeit gegenüber negativen Einflüssen, Emotionen und Gedanken. Hierbei geht es um die emotionale Stabilität. Empfindliche Menschen reagieren schneller und stärker auf Stress, Probleme, Gefahren und negative Gefühle. Emotional stabile Menschen dagegen haben, symbolisch gesagt, eine „dicke Haut“ und werden von negativen Einflüssen daher weit weniger beeinflusst und sind widerstandsfähiger.


Offenheit für Erfahrung gibt an, wie groß das Interesse und das Engagement einer Person ist, sich mit neuen Ideen und Perspektiven auseinanderzusetzen. Eine hohe Ausprägung bei Offenheit bedeutet, interessiert an neuen Erfahrungen, Erlebnissen und Eindrücken zu sein, unkonventionell, phantasievoll, neugierig, oft gebildet, einfallsreich. Personen mit hoher Ausprägung hinterfragen bestehende Normen und Werte.


Die Big Five sind breite Persönlichkeitsdimensionen, die hierarchisch organisiert sind. Das bedeutet, dass jeder Dimension noch weitere Subfacetten zugeordnet sind, die bestimmte Erlebens- und Verhaltensweisen von Personen differenzierter erfassen. Dadurch ist es möglich, Aussagen über zwischenmenschliches Verhalten von Personen, aber auch über deren Erfahrungen, Einstellungen oder Motivationen zu treffen.

In zahlreichen Studien hat sich gezeigt, dass Persönlichkeitseigenschaften Verhaltensweisen beeinflussen und über die Zeit relativ stabil bleiben. Aus dem Grund ist es mithilfe des Fünf-Faktoren-Modells möglich, Einschätzungen bezüglich der zukünftigen Leistung eines Kandidaten und damit auch seiner Eignung für eine bestimmte Tätigkeit zu treffen.


Durch die Persönlichkeitstests von FYLTURA werden die Persönlichkeitsaspekte unvoreingenommen ermittelt. Damit basieren Entscheidungen in der Personalauswahl auf Fakten statt auf Wahrnehmung Einzelner. Dazu überprüfen wir die persönliche Passung von KandidatInnen und liefern Hinweise auf Chancen und Herausforderungen.