Vertrauen als Subfacetten von Verträglichkeit

Ein Termin beim Versicherungsmakler steht an: Die präsentierten Produkte und Strategien klingen prinzipiell gut. Der Vertreter wirkt total überzeugend. Aber irgendwie überkommt einen das ungute Gefühl, dass dieser Mensch Hintergedanken hat und nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist. Man vertraut dieser Person nicht so ganz…. Schließlich ist es ja sein Job, zu verkaufen!

“Vertrauen beschreibt das Ausmaß, in dem Andere als aufrichtig und authentisch in ihrem Sprechen und Handeln wahrgenommen werden.”

Verträglichkeit ist neben Offenheit, Neurotizismus, Gewissenhaftigkeit, und Extraversion eine Dimension des Big-Five-Modells.


In den Bereich der Verträglichkeit gehören außerdem die Subfacetten:

 
Die BIG FIVE - Das Gerüst unserer Persönlichkeit

Die Persönlichkeit spielt eine entscheidende Rolle für den Erfolg jedes Einzelnen im Berufsleben. Aber wie muss jemand sein, um beruflich Erfolg zu haben?

 


Was macht Vertrauen wissenschaftlich betrachtet aus?


Vertrauen wird als Persönlichkeitseigenschaft verstanden, denn das Vertrauen, welches eine Person einer anderen entgegenbringt, hängt nicht nur von der Situation ab, sondern auch von dem Gegenüber, also wie vertrauenswürdig jemand auf uns wirkt.



“Das Vertrauen einer Person gibt Aufschluss darüber, wie wahrscheinlich es ist, dass die Person das, was andere sagen oder tun, unbesehen akzeptiert, anstatt ihre Motive/Beweggründe infrage zu stellen.”



Personen mit einem hohen Vertrauen werden eher davon beeinflusst, was andere Menschen ihnen sagen und tendieren nicht dazu, Ansichten anderer Menschen infrage zu stellen. Sie werden seltener skeptisch und wenn Hintergedanken zutage treten, sind sie plötzlich überrascht. Sie rechnen schlichtweg eher nicht damit, dass jemand sie hinters Licht führen will.


Personen hingegen mit niedrigen Ausprägungen auf der Facette Vertrauen lesen stärker zwischen den Zeilen und lassen sich nicht so leicht täuschen. Ergo, sie sind misstrauischer.

Allerdings müssen Personen mit niedrigen Merkmalsausprägungen darauf achten, dass sie nicht zu sehr auf mögliche Hintergedanken fokussiert sind, wenn keine Notwendigkeit dafür besteht, den Beweggründen anderer Personen zu misstrauen. Denn sonst wird aus einem gesunden Misstrauen schnell Paranoidität.


Vertrauen zu können ist wichtig für unsere Stressbewältigung: das Gefühl, von anderen Menschen unterstützt zu werden und sich auf sie verlassen zu können kann uns einiges an Last von den Schultern nehmen. Definitiv besteht ein Zusammenhang zwischen Vertrauen und Wohlbefinden. Denn das Gefühl, ständig auf der Hut sein zu müssen wirkt sich negativ auf unseren Gemütszustand aus.



Welche Rolle spielt Vertrauen in der Arbeitswelt?


In der Geschäftswelt spielt Vertrauen eine wichtige Rolle.

So sollten Führungskräfte ein gewisses Maß an Wachsamkeit besitzen bzw. ein Bewusstsein dafür, dass andere Personen mitunter Hintergedanken haben und nicht immer mit offenen Karten spielen.


Dennoch sollten sie in der Lage sein, ihren Mitarbeitenden zu vertrauen und auch verantwortungsvolle Aufgaben delegieren zu können. Vertraut eine Führungskraft ihren Mitarbeitenden nicht, führt das neben einem schlechten Teamklima langfristig auch zu einer Überarbeitung der Führungskraft, da diese nicht alle Aufgaben selbst erledigen kann und sollte.




“Wertschätzung durch Vertrauen macht eine positive Führungskultur mit aus!”

Besitzt eine Person einen niedrigen Wert auf der Facette Vertrauen und hat aber eine sonst überdurchschnittlich hoch ausgeprägte Verträglichkeit, bedeutet dieser Wert nicht, dass die Person eine negative Einstellung gegenüber anderen Personen hat. Sie ist ihren Mitmenschen gegenüber einfach etwas vorsichtiger.

Ein bestimmter Grad von Wachsamkeit verleiht einer ansonsten sehr einfühlsamen Person eine gewisse „gewiefte“ Note. Vor allem schützt er davor, dass andere Menschen die eigene Gutmütigkeit ausnutzen.


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